Senioren

Unsere 1. Mannschaft 

 

 Mannschaftsverantwortlicher: Jan Strzyga  (senioren) @tus-winterscheid.de

 

Einen Tag vor dem kalendarischen Frühlingsanfang stand das Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Hennef an. Doch Frühlingsgefühle kamen bei den rund 50 Fans erstmal nicht auf. Sie sahen einen TuS, der wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen ohne jede Ordnung über den Platz rannte.

Die Gäste aus Hennef ließen sich trotz Problemen auf der Torwartposition nicht den Schneid abkaufen und gingen sogar in Führung. Mohamed Tounkara hatte im Umkreis von gefühlt 36 Metern keinen Gegenspieler um sich und konnte durch das gesamte Mittelfeld spazieren. Er steckte den Ball im richtigen Moment durch auf Fidan Questaj, der sich nicht zweimal bitten ließ und zur 1:0 Führung für Hennef einschob. Michael Fischer konnte kurze Zeit später nach Vorarbeit von Marco Preuß zum 1:1 egalisieren. Nur wenige Minuten später erhöhte Blerim Neziraj für unsere Farben mit einem Distanzschuss auf 2:1. Die Führung hielt jedoch nicht lange Stand, denn abermals konnte M. Tounkara F. Questaj in Szene setzen – 2:2! In der Folgezeit verbuchte der TuS mehrere hochkarätige Chancen, konnte diese aber nicht nutzen. Maurice Schulte scheiterte mit einer Doppelchance gleich zweimal kläglich. Seinen ersten Versuch konnte der Hennefer Schlussmann noch abwehren, der Ball landete aber erneut bei Schulte, der den Ball jetzt nur noch aus einem Meter aufs leere Tor einschieben musste. Er wähnte sich schon beim Torjubel, drosch den Ball aber mit seinen an der Beinpresse gestählten Schenkeln dermaßen gegen den Pfosten, dass er damit fast den Torfall von Winterscheid verursachte. Auch der gerade erst von einer Coronainfektion genesene Gunnar Pütz schaffte es nicht einen Kopfball aus einem Meter im Tor unterzubringen. Kurz vor dem Pausenpfiff zeigte M. Schulte dann doch noch seine Treffsicherheit und konnte nach Steckpass von Patrick Fedder die 3:2 Führung erzielen. Nach einem unberechtigten Elfmeterpfiff hätten wir noch auf 4:2 erhöhen können, doch jeder im Rhein-Sieg-Kreis kennt das Gerechtigkeitsempfinden von Patrick Moll, also verwundert es auch niemanden, dass er das unfaire Geschenk nicht annahm und den Ball an die Latte prügelte. So ging es also mit der knappen Führung in die Kabinen!

Nach einer Halbzeitansprache unserer Trainer, die sich gewaschen hatte, zeigte der TuS nach dem Seitenwechsel ein gänzlich anderes Bild. M. Fischer eröffnete den Torreigen mit einem schönen Distanzschuss und schnürte ein paar Minuten später noch seinen Hattrick zum 5:2. Das 6:2 erzielte P. Fedder nach schönem Zuspiel von M. Schulte. Ein weiterer Foulelfmeter sorgte für das 7:2. Blerim Neziraj zeigte Patrick Moll wie man es besser macht und versenkte den Ball halbhoch in den Maschen. Für den Endstand von 8:2 sorgte abermals M. Schulte mit einem Schuss vom linken Strafraumeck.

Wir bedanken uns bei den zahlreich erschienenen Zuschauern und bei unserem Catering-Team des heutigen Tages, Fabi, Sarah und Nicole für die tolle Bewirtung. Nächste Woche heißt es dann für manche TuS-Akteure direkt aus dem Club auf den Sportplatz, denn nächsten Sonntag findet das Auswärtsspiel beim SV Allner-Bödingen 2 bereits um 11 Uhr statt und in der Nacht zu Sonntag wird sogar noch die Uhr um eine Stunde vorgestellt.

Am Sonntag musste unsere erste Mannschaft zum nächsten Spitzenspiel in Wahlscheid antreten. Nach dem Verlust unseres Mitspielers Freddy und dem darauffolgenden emotionalen Heimsieg gegen Herchen eine Woche zuvor, begleiteten uns auch diesmal viele Zuschauer, darunter auch Freddys Familie und Freunde.

Dementsprechend versuchten wir mit dem Spitzenteam aus Wahlscheid mitzuhalten. Es entwickelte sich ein hochspannendes Spiel, in dem beide Mannschaften Vollgas gaben. Der TuS kombinierte mehr als ansehnlich nach vorne und ging so kurz vor dem Pausentee mit 2:3 in Führung. Leider gelang dem Gastgeber mit dem Pausenpfiff der Ausgleich.

Den Beginn der zweiten Hälfte bestimmte Wahlscheid und sorgte mit zwei Toren für die Zwischenführung. Danach rappelten sich die Jungs wieder auf und kamen zu einigen gefährlichen Aktionen vor dem Wahlscheide Gehäuse. Leider war uns kein Tor mehr vergönnt. Es bleibt ein verdienter Erfolg der Wahlscheider Elf.

Die Winterscheider Mannschaft hat alles gegeben und genau dies honorierten die mitgereisten Zuschauer. Darum geht es in dieser schweren Zeit. Genau wie Freddy als Mensch und Spieler war, so hat die Truppe bis zum Schluss versucht, das Spiel zu drehen.

Allen Spielern ist bewusst an welchen Schwächen sie im Training arbeiten müssen.

Aber der Moment des Zusammenseins, auch nach einem verlorenen Match, überwog an diesem Tag. Es zeigte einmal mehr, was wirklich wichtig ist und dass man aus diesem Sonntag das Beste gemacht hat.

Vor diesem Hintergrund kann man das verlorene Spiel auch akzeptieren. Der Gegner war an dem Tag einfach besser.

Mit diesem Gedankengut und durch die positive Aufmunterung der Zuschauer motiviert, wird die erste Mannschaft beim nächsten Heimspiel am kommenden Sonntag um 15 Uhr wieder alles für einen sehr schönen Moment tun.

Bei bestem Wetter stand am heutigen Sonntag ein ganz besonderes Spiel für unser Team an: Spiel 1 nach dem schmerzhaften Verlust unseres Freundes Freddy. Zusammen mit den zahlreich erschienenen Zuschauern waren wir gewillt alles auf dem Platz zu geben, denn wir wussten alle, heute schaut ein ganz besonderer junger Mann von oben zu, der leider nicht mehr bei uns sein kann.

Nach einer Anfangsphase des Abtastens, waren es die Gäste aus Herchen, die besser ins Spiel fanden und in Person von Christopher Land die erste Chance des Spiels verbuchen konnten. Endstation war allerdings bei unserem Torwart Jan-Luca Fischer, der den Ball zur Ecke abwehren konnte. Auch kurze Zeit später konnte sich unser Fischi auszeichnen, nachdem er einen gefährlichen Schuss aus dem Sechzehner mit einem Wahnsinnsreflex noch um den Pfosten lenkte. Für den TuS aus Winterscheid musste eine Standardsituation herhalten, um ins Spiel zu finden und damit gleichzeitig in Führung zu gehen. Unser Freistoßspezialist Patrick Andree zirkelte die Kugel aus gut 20 Metern zum 1:0 genau ins Eck. Der Treffer gab unserem Team Sicherheit und in der Folge lief der Ball ganz gut durch die eigenen Reihen bis am psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt kurz vor dem Halbzeitpfiff der Anschlusstreffer fiel. Wir verloren in der Vorwärtsbewegung den Ball und auf einmal war Herchen mit zwei guten Pässen vor unserem Tor. Fabian Müller blieb vor dem Tor eiskalt und mit einem 1:1 ging es in die Kabinen.

Nach einer guten Halbzeitansprache unserer Coaches Sebastiano Ferro und Stephan Schmiedl kamen unsere Jungs voller Tatendrang aus der Halbzeit. Es dauerte nicht lange und man konnte erneut in Führung gehen. Gunnar Pütz bedrängte den gegnerischen Torwart am Strafraumeck erfolgreich mit seiner Steckdosenfrisur, so dass dieser im Kampf um den Ball das Nachsehen hatte. Seine Hereingabe fand unter Umwegen Michael Fischer, der den Ball humorlos gegen den Innenpfosten drosch – 2:1! Die Führung konnte sogar noch ausgebaut werden, als Marcel Fürst den Ball zu Patrick Fedder durchsteckte, der den Torwart tunnelte und somit zum 3:1 einschob. Eine beruhigende Führung sollte man meinen, doch Spiele des TuS Winterscheid waren noch nie gut fürs Herz. Wir hatten die Rechnung ohne den vor Testosteron nur so strotzenden Zuchtbullen Yannik Andree gemacht, der seinem Bruder zeigen wollte, wer der bessere Fußballer im Hause Andree ist. Er forderte den Ball, bekam ihn auch und zimmerte ihn mit seiner rechten Klebe unhaltbar ins linke untere Eck – 3:2! Es folgten wütende Angriffe der Herchener, die unbedingt den Ausgleich erzielen wollten und dabei beispielsweise einmal am Aluminium scheiterten. Nun hatte sich derweil Freddy von oben wohl überlegt uns ein wenig unter die Arme zu greifen, denn anders kann man es sich kaum erklären, dass Michael Fischer nach einem Freistoß von Maurice Schulte den Ball von der Sechzehnerkante mit einem Seitfallzieher wie aus dem Lehrbuch an die Unterkante der Latte und von dort ins Netz hämmerte – 4:2! Überragendes Tor!! Damit war die Moral der Herchener gebrochen und man konnte den Dreier dank einer guten, geschlossenen Mannschaftsleistung einfahren.

Es folgten emotionale Szenen, als der ganze Sportplatz Freddy noch einmal die Ehre erwies und den starken Worten von Freddys Eltern zuhörte. Wir übergaben den Eltern ein Porträt von Freddy in Leinwandgröße und sein Trikot mit der Nummer 15. Wir möchten der gesamten Familie auch hier nochmal unser herzlichstes Beileid aussprechen. Wir werden ihn immer als den lebensfrohen, gut gelaunten, dauerlächelnden und niemals frierenden Freddy „Freizeit“ in unseren Herzen tragen.

Bedanken möchten wir uns auch bei den zahlreichen Trauerbekundungen, die von befreundeten Vereinen oder auch Privatpersonen bei uns eingegangen sind. Es hilft uns in dieser für uns alle schweren Zeit, Freunde an unserer Seite zu wissen. Vielen Dank!!